Die Methoden

Die entwickelten Methoden bieten unterschiedliche Zugänge, um Opfer- und Bedrohungserfahrungen sowie Sicherheitsempfinden von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum zu erheben.

Sie fokussieren darauf, Orte im Quartier zu identifizieren, an denen sich Kinder und Jugendliche unwohl fühlen, Unsicherheit verspüren und aus Sicherheitszusammenhängen ein Veränderungsbedarf besteht. Durch die Erhebungen sollen aber auch Orte erfassbar werden, an denen sich junge Menschen gerne aufhalten, an denen sie sich wohl fühlen und die für sie positiv besetzt sind.

Die zehn Methoden unterteilen sich in drei Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Die Methoden aus diesen drei Gruppen decken eine große Bandbreite unterschiedlicher Ansätze und Stile ab: Es finden sich der „klassische“ Fragebogen ebenso wie explorative Ansätze. Einige Methoden nutzen Stift und Papier, andere beinhalten einen großen Anteil an Bewegung und Erkundung. Methoden, die sich für ganze Schulklassen eignen, sind ebenso aufbereitet wie Ansätze, die allein, in Tandems oder Kleingruppen durchgeführt werden können. Das ermöglicht den Einsatz des Methodenkoffers in vielen unterschiedlichen Settings.

Vier Vertiefungsmethoden

Die Vertiefungsmethoden konzentrieren sich darauf, die Ursachen und Hintergründe herauszuarbeiten, die zu Sicherheits- oder Unsicherheitsempfinden an speziellen Orten führen. Diese Orte sind vorher identifiziert worden – etwa durch verschiedene Hinweise von Kindern, Jugendlichen oder mit Hilfe einer vorher eingesetzten Überblicksmethode. Die Vertiefungsmethoden finden meist direkt vor Ort Anwendung, um Gegebenheiten und Situationen unmittelbar aufzeigen zu können.

Adjektivsuche

In einer assoziativen Ortsanalyse bringen die Kinder und Jugendlichen einen bestimmten Ort mit Adjektiven in Verbindung. Die Assoziationen mit Adjektiven dienen als Gesprächsanreiz. Es handelt sich um eine mit körperlicher Bewegung verbundene Aktion in überschaubaren Arealen, die für größere Gebiete auch als Kartenarbeit umgesetzt werden kann.

Orte kommentieren

Mit dem Prinzip der „schriftlichen Diskussion“ kommentieren Kleingruppen die Wirkung von Orten im Quartier. Auf Fotoplakaten notieren sie nacheinander ihre Eindrücke, Gedanken und Gefühle zu den jeweiligen Orten. Der Ansatz bietet eine strukturierte Möglichkeit, mit größeren Gruppen Rückmeldungen zu ausgewählten Orten zu erhalten.

Sprechende Bilder

Kinder und Jugendliche erkunden einzelne Orte im Quartier und halten ihre Eindrücke und Bewertungen in Form von Sprechblasen vor Ort fotografisch fest. Bei dieser Methode steht ein spielerisch-kreatives Element im Vordergrund. Dadurch entstehen „sprechende Bilder“, die auch für Präsentationen und Ausstellungen genutzt werden können.

Stadtteilbegehung

Stadtteilbegehungen sind eine strukturierte Form der Erkundung, um die lebensweltliche Sicht von Kindern und Jugendlichen im Hinblick auf vorab ausgewählte Orte zu erfassen. Der unmittelbare Eindruck des jeweiligen Orts selbst schafft dabei einen Gesprächsanreiz und hilft den Kindern und Jugendlichen, ihre eigenen Aussagen zu verdeutlichen.

Hintergrundinformationen und Hinweise zur Durchführung der Erhebungsaktionen finden Sie ergänzend im Handbuch.